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murdelta

"Denn: Noch immer erzählt Deep House vom Kampf der schwarzen Bevölkerung um Gleichberechtigung, noch immer ist die aus den ersten US-amerikanischen Schwulen-Discos, sowie später aus den «schwarzen» Subkulturen Chicago House und Detroit Techno entstandene elektronische Musik ein Ort, wo nicht-heterosexuelles Begehren grundsätzlich akzeptiert wird, genauso wie hier niemand aufgrund seiner Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert werden sollte.

Wer auf der Suche nach exzessiven Partys und fetten Bässen auf die kulturellen Werke dieser «Communities» stößt, sich diese aneignet, aber deren Wurzeln und Geschichte ignoriert, ignoriert auch die Entstehungsbedingungen ebendieser Subkultur selbst. Es gibt kein Berghain ohne «Schwule», genauso wenig wie es Deep House ohne «Blackness» geben kann – auch wenn dies keinesfalls bedeutet, dass man schwul oder schwarz sein muss, um sich mit diesen Genres und Kulturen zu identifizieren.

Zu behaupten, dass es sich bei all dem «nur um Musik» handelt, blendet die Wurzeln der eigenen Lieblingstracks aus, und beteiligt sich an der Auslöschung ihrer grundlegenden Botschaften. Damit verliert die Musik aber auch das zuvor darin enthaltene «minoritäre Wissen», oder wie es Adorno nannte: Deren «Glücksversprechen», das emanzipatorische Potential – es wird zur Ware. Meistens dauert es daraufhin nur kurze Zeit, bis auch das widerständige Potential der entsprechenden Subkultur von der Leitkultur aufgesogen und verwässert wird."

http://www.berlin-mitte-institut.de/warum-deep-house-mehr-ist-als-disclosure/#more-3679
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Schweinderl