Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

November 13 2013

Soup.io Export Tools

seems like it’s time for a post compiling ways to export your soup content. let me know if i missed any.

soup official post — have seen various laments about this not working, so. probably not working.

backup script by @neingeist

lua script by @severak

soupIO downloader by @falk

download tool by @moebius (posted by @megustonanista)

backup to wordpress by @tiefpunkt (also check out their idea for a soup.io clone if you’re interested!)

two things:
a) please direct your questions to the respective authors by addressing them directly (with the @) or via the original posts linked above; i just threw this together real quick and won’t be able to help.
and 2) you better be doing your backups somewhere around the GMT a.m. because the servers will dissolve like dandelion fluff if you put any more strain on them. and if you cut down my soup time more than it already is, i will find out where your house lives and come over and punch you real hard in the keyboard.

(via sofias. lime | neutrino)

I like that “Your own soup.io?” idea.

Reposted frombwana bwana viabrightbyte brightbyte

September 30 2013

Rechtsanwälte fordern Konsequenzen aus Totalüberwachung

Zwölf Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte haben die Initiative „Rechtsanwälte gegen Totalüberwachung” gegründet und einen Appell veröffentlicht. In fünf Punkten beschreiben sie die Gründe:

  1. Die digitale Totalüberwachung ist ein historisch beispielloser Angriff auf das verfassungsmäßige Grundrecht auf Privatsphäre
  2. Digitale Totalüberwachung gefährdet die zentralen Funktionsbedingungen unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung
  3. Digitale Totalüberwachung ermöglicht Wirtschaftsspionage in großem Stil
  4. Digitale Totalüberwachung ermöglicht die Erpressung von Politikern, Managern und sonstigen Zielpersonen
  5. Digitale Totalüberwachung zerstört das Vertrauen der Bürger in Berufsgeheimnisträger

An die Bundesregierung gerichtet hat die Initiative eine ganze Reihe an Forderungen: So soll die „anlass- und verdachts­unabhängige Totalüberwachung der deutschen Bevölkerung” gestoppt werden, „ganz gleich, wo sie stattfindet”. Weiter sollen unter anderem die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen ausgesetzt werden, das Fluggastdatenabkommen zwischen der EU und den USA gekündigt, Sanktionen gegen Großbritannien geprüft, NSA-Standorte geschlossen und deutsche Geheimdienste strenger kontrolliert werden.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören Oliver Pragal, der in Hamburg bereits eine Demonstration zum Thema organisiert hat, mit Burckhardt Müller-Sönksen (FDP) und Konstantin von Notz (Grüne) sind auch zwei als Politiker tätige Anwälte dabei. Aktuell haben sich 77 weitere Unterzeichner der Erklärung angeschlossen.

September 26 2013

Elevate Open Everything?

Das diesjährige Elevate-Festival in Graz findet vom 23.-27.10.2013 statt. Der Diskurs- und Filmbereich des Festivals steht unter dem Motto »Elevate Open Everything?« und soll die Widersprüchlichkeit der »Open-Bewegung« thematisieren. Ich werde an zwei Veranstaltungen beteiligt sein: Open Source Economy (Donnerstag, 24. Okt., 16:00-17:30, Forum Stadtpark) und Peer-Commons-Produktion (Freitag, 25.Okt., 9:30-12:30, Forum Stadtpark).

Reposted frominsideX insideX

September 24 2013

-sharkbites:

jonnovstheinternet:

In Romania they have box Vodka.

imageimage

It’s 37.5% and it comes with a fucking straw.

perfect for school lunches

Reposted fromderzw3rg derzw3rg vialeyrer leyrer

September 05 2013

murdelta

Sa, 7.9. 2013 - Europaweite Demos gegen Überwachung

[via q/depesche vom 2013-09-03]

Demokratie braucht mutige Menschen,

die die Pressefreiheit und Bürgerrechte verteidigen. Viele tausend mutige Menschen werden europaweit genau das tun. Am 7. September 2013 ruft das europaweite Bündnis "Freiheit statt Angst" zur Demonstrationen gegen Überwachung in ganz Europa auf.

Wer sich nicht wehrt hat schon verloren


Es war ein fast lautloser Angriff auf die Pressefreiheit: Mit einer Bohrmaschine wurde eine Festplatte im Keller des Guardian zerstört, weil sie Daten des Whistleblowers Edward Snowden beinhalten sollte. Eine perfide, symbolische Angstmache seitens des Geheimdienstes.

Demokratie braucht keine zerstörten Festplatten sondern mutige Menschen, die die Pressefreiheit und Bürgerrechte verteidigen. Viele tausend mutige Menschen werden genau das tun: Am 7. September 2013 ruft das europaweite Bündnis "Freiheit statt Angst" zur Demonstrationen gegen Überwachung in ganz Europa auf.

Das Bündnis protestiert gegen die Vorratsdatenspeicherung und gegen eine Totalüberwachung durch aus- und inländische Geheimdienste. Die Teilnehmenden fordern eine überwachungsfreie Demokratie ohne Angriffe auf Bürgerrechte und Pressefreiheit. "Zwei Wochen vor der Wahl zeigen die Bürger, dass sie genug von falschen Ausreden der Politik haben und Aufklärung und echte Bürgerrechte wollen," so Rena Tangens von Digitalcourage, einem Mitveranstalter aus Deutschland.

Am 7.9 finden Demonstrationen in:

  • Berlin: 13 Uhr am Alexanderplatz
  • Wien: 14 Uhr am Christian-Broda-Platz
  • Graz: 14:00 am Grazer Hauptplatz
  • Bregenz: 14:00 gegenüber Hauptbahnhof, Bahnhofstraße
  • Warschau: 19 vor der US-Botschaft
  • Buenos Aires: 15 Uhr HackLab de Barracas - Aristóbulo del Valle 1851
  • Helsinki
statt. Die Liste wird laufend ergänzt.
"Sa, 7.9. 2013 - Europaweite Demos gegen Überwachung" q/depesche vom 2013-09-03 relayed by Chris
Online Version: http://quintessenz.at/d/000100026037
Reposted fromteleschirm teleschirm

August 31 2013

We're not in 1984. We're not in Brave New World. We're in Brazil !

We’re not in 1984. We’re not in Brave New World. We’re in Brazil ! http://www.imsdb.com/scripts/Brazil.html

INTERVIEWER: Deputy minister, what do you believe is behind this recent increase in terrorist bombings ?

HELPMANN: Bad sportsmanship. A ruthless minority of people seems to have forgotten certain good old fashioned virtues. They just can’t stand seeing the other fellow win. If these people would just play the game, instead of standing on the touch line heckling -

INTERVIEWER: In fact, killing people

HELPMANN: In fact, killing people - they’d get a lot more out of life.

INTERVIEWER: Mr. Helpmann, what would you say to those critics who maintain that the Ministry Of Information has become too large and unwieldy... ?

HELPMANN: David... In a free society information is the name of the game. You can’t win the game if you’re a man short.

Reposted from02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

August 10 2013

Sowjetische Infografik











(Gefunden bei feltron.tumblr.com)

………………….




August 03 2013

murdelta
yerawizardmary:

I cannot believe this got so many notes. But this is the continuation.imageimageimageimageimageimage

curiouskitty:

verycunninglinguist:

whatlikeitshard:

jukeboxgraduate:

THIS WOMAN IS MY  NEW HERO.

HERO.

When the Internet gives you lemons, make lemonade.

This is such a righteous post that I am happy I stayed up late. I will probably still regret going to school on 5hrs of sleep, but then I’ll just think of this and not give a damn.

(via daisyloveletters)

July 03 2013

Orwell 2.0 – Die totale Überwachung ist längst Realität

Das jüngst bekannt gewordene Internetüberwachungsprogramm Prism ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wird die internationale Kommunikation systematisch von spezialisierten Geheimdiensten abgehört. Mit dem technischen Fortschritt wuchs auch das Ausmaß der Überwachung rasant an. Heute betreibt wohl jedes bedeutende Land ein eigenes Abhörprogramm, gegen das die Stasi wie ein graues Relikt aus der Vorzeit wirkt. Die USA sind in Sachen Überwachung jedoch eine Klasse für sich. Der Staat, der stets so tut, als habe er einen Patent auf den Begriff „Freiheit“, hat heute ein digitales Überwachungssystem, das jeder orwellschen Totalitarismusphantasie Ehre macht. Wer glaubt, es ginge dabei nur um die „Terrorismusbekämpfung“, beleidigt dabei die Geschichte durch einen Mangel an Phantasie. Von Jens Berger.

Seit es möglich ist, transatlantische Telegramme zu verschicken, lesen die Geheimdienste der USA mit. Schon 1919 machten die US-Militärs Kopien von Telegrammen und ließen sie von der „Black Chamber“, der ersten Vorgängerorganisation der NSA, auswerten. 1921 erzielten die Kryptoanalytiker der „Black Chamber“ ihren ersten großen Erfolg, als es ihnen gelang, die verschlüsselten Telegramme der japanischen Delegation bei der Washingtoner Flottenkonferenz zu entschlüsseln. Die „Black Chamber“ wurde jedoch bereits zehn Jahre nach ihrer Gründung vom damaligen US-Außenminister Stimson geschlossen. Seine bemerkenswerte Begründung: „Gentlemen do not read each other’s mail“. Doch die Phase der Zurückhaltung währte nicht lange. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die USA in die Überwachungsoffensive und als die NSA 1952 offiziell als eigenständiger Geheimdienst gegründet wurde, konnte sie auf eine fortschrittliche Überwachungsinfrastruktur zurückgreifen, die während des Zweiten Weltkriegs von den Militärs geschaffen wurde.

Von den Anfängen zu Echelon

Seit 1945 kontrollierten die NSA und ihre Vorgänger den Kabelverkehr der großen internationalen Telekommunikationsunternehmen wie RCA Global, ITT World Communications und Western Union. Was als Sammlung von Papierkopien begann, entwickelte sich schon bald zu einer Sammlung von Magnetbändern und schließlich zu einer direkten Netzwerkverbindung zwischen den Überwachungszentren und den internationalen Kommunikationsknoten. Da der Unterhalt eines weltweiten Überwachungssystem nicht nur teuer, sondern auch diplomatisch nicht problemlos ist, schlossen sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die Geheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands zu den sogenannten „five eyes“ (offiziell: UKUSA-Agreement) zusammen. Dies hatte zudem den Vorteil, dass man auch seine eigenen Bürger überwachen konnte. Auch wenn die Auslandsaufklärung zu den originären Aufgaben von Geheimdiensten gehört, ist die Arbeit im Inland doch den meisten Diensten gesetzlich verboten. Wenn nun aber die USA britische Bürger abhört und die Briten amerikanische Bürger, so ist dies auf den ersten Blick legal. Dies ändert sich jedoch, wenn die Daten systematisch ausgetauscht werden. Wo kein Kläger ist, ist jedoch auch kein Richter und es versteht sich von selbst, dass diese Operationen unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wurden.

Echelon – Lauschangriff auf den Freund

Das erste weltumspannende Abhörsystem nach modernen Kriterien wurde von den UKUSA-Staaten unter dem Namen „Echelon“ ins Leben gerufen. Über dieses System mit seinen rund zweihundert Funkstationen wurde seit den 1970ern vor allem die weltweite Satellitenkommunikation abgehört – und dies betraf in der Zeit vor dem Glasfaserkabel einen Großteil der internationalen Telefongespräche und Telefax- sowie Internetverbindungen. Wer meint, dass das Internet das erste globale Computernetzwerk sei, irrt. Als erstes weltweites TCP/IP-Netzwerk ging das Kommunikationsnetzwerk der UKUSA-Staaten in Betrieb, um die Daten der überseeischen Abhörstationen sicher und schnell in die NSA-Zentrale zu befördern und den Informationsaustausch der beteiligten Geheimdienste zu gewährleisten. Schließlich wussten die Dienste bereits damals ganz genau, dass jeder Kommunikationsweg, den man nicht selbst lückenlos kontrolliert, unsicher ist.

In Zeiten des Kalten Krieges war die Hauptaufgabe des Echelon-Systems das Abhören „feindlicher“ Kommunikationswege. Da die Technik für eine umfassende Speicherung und Auswertung der abgehörten Daten damals noch nicht zur Verfügung stand, arbeitete man mit Listen, auf denen bestimmte Schlüsselwörter geführt wurden. Besonders interessante Personen, Unternehmen und Einrichtungen wurden ebenfalls auf einer speziellen Liste geführt. Ihre Kommunikation wurde dann von den Diensten lückenlos protokolliert und gespeichert. Wer „Freund“ und wer „Feind“ ist, verschwamm jedoch auch damals schon. So wurden beispielsweise bereits in den1970ern Kritiker des Vietnam-Kriegs, wie die Schauspielerin Jane Fonda, und Bürgerrechtsaktivisten der Black-Power-Bewegung systematisch durch die NSA bespitzelt, obgleich die Kommunikationsüberwachung von Inländern eigentlich verboten ist.

Mit dem Ende des Kalten Krieges war Echelon eigentlich überflüssig, schließlich gab es ja keinen „Feind“ mehr. Die Büchse der Pandora war jedoch längst geöffnet und ein derart verlockendes Angebot generiert stets auch eine Nachfrage. 1992 erklärte George Bush in der Nationalen Sicherheitsdirektive 67 auch die Wirtschaftsspionage zu den Operationsbereichen, denen geheimdienstliche Priorität zugewiesen wurde. Fortan drehte man die Antennen sinnbildlich einfach um und lauschte nicht mehr nur im Osten, sondern vor allem in den verbündeten Industriestaaten. Davon waren lediglich die UKUSA-Staaten selbst ausgenommen, sämtliche andere Staaten, wie auch Deutschland, zählten abhörtechnisch nicht zu den Verbündeten sondern zu den Zielen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wie die aktuellen Veröffentlichungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden belegen.

Ein solches Ziel „war“ beispielsweise die japanische Autoindustrie. Wie bei der Washingtoner Flottenkonferenz wusste die amerikanische Delegation auch bei den 1995 stattfindenden Genfer Verhandlungen über Autoexporte genau über die Anweisungen der japanischen Delegation Bescheid – Echelon sei Dank. Welch´ glückliche Fügung, dass die NSA auch im bayerischen Bad Aibling eine der größten Abhörstationen außerhalb der USA betrieb.

Es ist unbekannt, ob die NSA in diesen Zeiten Drogen- oder Waffenhändler zur Strecke gebracht hat. Fest steht jedoch, dass sie in mindestens drei Fällen aktiv Wirtschaftsspionage gegen kontinentaleuropäische Unternehmen betrieben hat. Aber auch dies ist sicher nur die sehr kleine Spitze eines sehr großen Eisbergs. Für die Weitergabe der gesammelten Informationen an US-Konzerne sorgt ein speziell eingerichtetes Verbindungsbüro (Office of Intelligence Liaison) im US-Wirtschaftsministerium. So wurden beispielsweise dem ostfriesischen Windkraftunternehmen Enercon mit Hilfe abgehörter Telefonate Details zu dessen Turbinentechnik entwendet und in einem Patentrechtsstreit an den US-Konzern Kenetech Windpower weitergegeben. Dem belgischen Unternehmen Lernout & Hauspie stahl die NSA kurzer Hand selbst die von Belgieren entwickelten Spracherkennungsalgorithmen, um sie für die eigene Überwachungstechnik nutzbar zu machen. Den größten wirtschaftlichen Schaden musste dabei der europäische EADS-Konzern einstecken. Die NSA fing die Kommunikation zwischen dem Airbus-Hersteller EADS und Saudi Arabien ab – inklusive Bestechungsgeldangeboten und Preisvorstellungen. Der US-Konzern Boeing freute sich über die weitergebenen Daten und holte den Auftrag im Volumen von sechs Milliarden US$ mit tatkräftiger NSA-Unterstützung. Boeing zählt nebenbei auch zu den umsatzstärksten technischen Partnern der NSA. Da ist es mehr als ein Scherz am Rande, dass die NSA ihre syntaxgestützten Erkennungssysteme gerne mit dem Beispiel testet, aus einer Datenbank Mails und Telefonate herauszufiltern, in denen es um EU-Subventionen für das Airbus-Konsortium geht.

Es war vor allem der Vorwurf der Wirtschaftsspionage, der im Jahre 2001 dazu führte, dass das Europäische Parlament eine Untersuchung gegen das damals nur Insidern bekannte Überwachungssystem einzuleiten. Auch wenn die Untersuchung zu dem klaren Ergebnis [PDF - 1.3 MB] kam, dass die UKUSA-Staaten die Kommunikation europäischer Bürger und Unternehmen systematisch abhören, kam es nie zu einer wie auch immer gearteten Sanktion gegen die beteiligten Dienste und deren Regierungen. Die Europaparlamentarier erkannten vielmehr, dass ihnen die Hände gebunden sind und die Überwachung bereits ein Ausmaß angenommen hat, gegen das man sich mit einfachen Mitteln nicht mehr wehren kann. Sieben Tage nachdem der Sonderausschuss des Europäischen Parlaments seinen Bericht vorlegte, flogen zwei Passagierflugzeuge ins World Trade Center und die Abhörbefürworter hatten ein schlagendes Argument, um „Bedenken“ hinwegzufegen und die informelle Freiheit mit neuen Gesetzen und milliardenschweren Überwachungsprogrammen endgültig zu Grabe zu getragen.

Prism ist nur die Spitze des Eisbergs

Echelon und das dazugehörige Datenverarbeitungsbackbone konnten zu ihrem technischen Höhepunkt zwei Millionen „Inputs“ (also z.B. Mails oder Telefonanrufe) pro Stunde verarbeiten. Das aktuelle Abhörsystem mit dem Codenamen „Stellar Wind“ kann nach Angaben des NSA-Whistleblowers William Binney 1,25 Millionen Mails mit jeweils 1.000 Buchstaben pro Sekunde verarbeiten. Bereits als das System in Betrieb ging, speicherte es laut Binney bereits 320 Millionen Telefonanrufe pro Tag. Und selbst das ist erst der Beginn für ein totalitäres Überwachungssystem, das sämtliche Vorstellungen sprengt. Das mittelfristige Ziel der NSA ist, zwanzig Terabyte Datenverkehr pro Minute abzuhören und zu verarbeiten – das entspricht über 300 Millionen Mails mit jeweils 1.000 Buchstaben pro Sekunde.

Woher kommen diese unvorstellbaren Datenmengen? Zum Beispiel von einem der angeblich rund zwanzig NSA-Rechenzentren, die direkt an die Backbones der großen Netzbetreiber angekoppelt sind und von denen unterhalten werden. Eines dieser Rechenzentren wurde vom Whistleblower Mark Klein offenbart und machte als „Room 641A“ im Jahre 2006 Schlagzeilen in den einschlägigen Medien. Zusätzlich werden von der NSA auch noch die großen Glasfaserleitungen, über die der internationale Datenverkehr läuft, systematisch angezapft, wobei die abgefangenen nationalen und internationalen Telefongespräche automatisiert gespeichert werden. Welche Abhöreinrichtungen die NSA zusätzlich in „befreundeten“ und nicht befreundeten Staaten unterhält, ist – wie so vieles – unbekannt. Dass überhaupt etwas über diese Programme bekannt ist, ist einzig und alleine einigen wenigen mutigen Whistleblowern zu verdanken – zum Beispiel Männern wie William Binney, Kirk Wiebe und Thomas Drake, die allesamt Jahrzehnte in leitenden Funktionen für die NSA tätig waren, die Arbeit aber irgendwann nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten und dafür von den US-Behörden massiv bekämpft werden.

Das Abhörprogramm Prism, mit dem die NSA sich automatisierten Zugang zu den Daten bestimmter amerikanischer Internetdienstleister verschafft, ist nur ein kleines Prisma in einem unvorstellbar großen Überwachungssystem. Die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs. Doch wohin fließen die ganzen Daten? In Utah wird in diesem Jahr ein neues NSA-Rechenzentrum eröffnet, das fähig ist, Daten im „Yottabytebereich“ zu verarbeiten – ein Yottabyte sind eine Billion Terabyte. Damit hätte das Rechenzentrum die Kapazität, dass Eintausendfache[*] des gesamten Datenvolumens zu verarbeiten, das jährlich über das Internet transferiert wird.

Doch der größte Speicher nutzt wenig, wenn man die gesammelten Daten nicht sinnvoll auswerten kann. Aber auch an diesem Problem arbeitet die NSA bereits fieberhaft. In Oak Ridge, Tennessee entsteht momentan ein gigantisches geheimes Rechenzentrum, in dem bis 2018 einen neuer Superrechner untergebracht werden soll, der alle bekannten zivilen Superrechner in den Schatten stellen soll. Dieser Rechner hat den Stromverbrauch von 200.000 Haushalten und soll dann auch in der Lage sein, Daten und Mails, die mit aktuellen AES-Verschlüsselungsalgorithmen verschlüsselt wurden, in vertretbarer Zeit zu knacken. Zusätzlich hat die NSA im Februar dieses Jahres den Bau eines weiteren „Hochleistungsrechenzentrum“ in Ft. Meade, Maryland angekündigt, das ebenfalls zum „Codebreaking“ genutzt werden soll. Die Verschlüsselung stellt heute – neben den Gesetzten – das einzig nennenswerte Problem für die NSA dar. Im Datenpool der Schlapphüte dürften noch zigtausende Mails und Dokumente schlummern, die noch darauf warten, entschlüsselt zu werden.

Orwell 2.0

Ein Nachrichtendienst hat natürlich die Aufgabe, bestimmte Formen der Kommunikation von „bösen Buben“ abzuhören und die daraus gewonnen Erkenntnisse weiterzugeben. Dagegen ist auch prinzipiell nichts einzuwenden, doch was die NSA macht, hat mit diesem naiven Bild eines Nachrichtendienstes so gar nichts mehr zu tun. Auf Basis der wenigen öffentlich bekannten Informationen sieht es vielmehr so aus, als würde die NSA bestrebt sein, jedes Bit, das durch die Netzwerke rauscht und jedes Telefonat, das weltweit geführt wird, zu erfassen, abzuspeichern und auszuwerten. Ein leitender NSA-Angestellter fasste dies gegenüber Wired mit dem griffigen Satz „Jeder ist ein Ziel; jeder, der kommuniziert ist ein Ziel“ (“Everybody’s a target; everybody with communication is a target.)” zusammen.

Und dabei geht es keineswegs nur um die Terrorabwehr. Eine aktuelle Studie des niederländischen Geheimdienstes stellt nicht umsonst fest, dass die wirklich „bösen Buben“ für ihre konspirative Kommunikation verschlüsselte Foren im sogenannten „Deep Web“ nutzen, die Google und Co. überhaupt nicht bekannt sind. Die Idee, dass Terroristen sich über Facebook oder Skype zum nächsten Anschlag verabreden, ist derart albern, dass es schon peinlich ist, wenn beispielsweise das Prism-Programm mit dem Argument der Terrorismusabwehr und –bekämpfung begründet wird. Bereits das technisch wesentlich schwächere Echelon-System wurde auch zur Bespitzelung von Regierungskritikern und zur umfassenden Wirtschaftsspionage genutzt und es gibt keinen einzigen Grund anzunehmen, dass sich darin bis heute etwas geändert haben soll.

Das Abhörprogramm der NSA ähnelt noch nicht einmal im Ansatz einem „Minority Report“ und kann keine Verbrechen verhindern, bevor diese begangen werden. Es ist eine Sache, gigantische Datenbanken zu erfassen und abzuspeichern – sie auch sinnvoll auszuwerten, ist ungleich schwieriger. Was die Datenbank in puncto Terrorabwehr jedoch kann, ist, sämtliche Mails und Telefonate von Tätern auszuwerten, nachdem die Tat begangen wurde. Da die echten bösen Buben dies jedoch genau wissen, dürfte sich der praktische Nutzen eher in Grenzen halten. Diesem geringen Nutzen steht jedoch eine unverhältnismäßig große Gefahr gegenüber. Denn (siehe oben) jedes Angebot generiert automatisch auch eine Nachfrage. Und welche Regierungsbehörde könnte schon dem süßen Honigtopf mit einem derart umfassenden Datenpool auf Dauer widerstehen?

Mittels der heute entwickelten Technik ist es schon bald möglich, ein komplettes Profil einer Person anzulegen. Nahezu jede Mail, die jemals verschickt wurde, jedes Telefonat, das jemals geführt wurde, jede Finanztransaktion und jede Rechnung, die nicht in bar bezahlt wurde, wird bereits heute von der NSA direkt oder indirekt abgespeichert und ist über intelligente Datenbankanwendungen auch personalisierbar. Der „Big Brother“ kann sich somit ein umfassendes Bild von jeder Person – auch von Ihnen – machen. Und dies ist keine Dystopie, kein orwellsches Schreckenszenario, sondern bereits heute technisch machbar. Nur noch die Gedanken sind frei; alles, was in irgendeiner Form digitalisiert wurde, ist nicht mehr frei. Und wir regen uns über die Stasi auf.

Was kann ich dagegen tun?

Am wichtigsten ist es, dass die Bürger endlich ein Gespür für die Bedrohung durch die alltägliche Überwachung bekommen. Erst dann wird sich auch ein politisches Bewusstsein für diese Thematik entwickeln. Für Angela Merkel ist ja bereits das Internet Neuland und die beiden großen Volksparteien scheinen überdies noch nicht einmal über rudimentäre Kenntnisse im Bereich Datenverarbeitung zu verfügen. Und wenn es – siehe Echelon/Europäisches Parlament – doch einmal eine politische Initiative schafft, Datenschutzskandale öffentlich zu machen, zählen schlussendlich die wirtschaftlichen Interessen mehr als die informelle Freiheit der Bürger. Man muss nicht zynisch sein, um daraus zu folgern, dass die Wahrscheinlichkeit, dass von dieser Politik mittel- bis langfristig etwas gegen die Überwachungsallmacht der Geheimdienste unternommen wird, gegen null geht. Und dies gilt spiegelbildlich auch für die USA und andere Staaten mit ausgefeilten Überwachungsprogrammen.

Einstweilen bleibt uns daher nur übrig, zu hoffen, dass die Politik und die staatlichen Organe mit den Daten, die sie laut Verfassung gar nicht erheben dürfen, zumindest halbwegs verantwortungsvoll umgehen. Da das Angebot jedoch auch die Nachfrage generiert, kann man hier leider nur pessimistisch sein. Immerhin sitzen wir alle in einem Boot und es macht bekanntlich einen Unterschied, ob man in der Fußgängerzone oder am FKK-Strand die Hosen herunterlassen muss. Und wer es der NSA etwas schwerer machen will, der sollte seine Mails und Daten grundsätzlich verschlüsseln, so wenig proprietäre Software wie möglich nutzen und auch ansonsten so wenig Daten wie möglich hinterlassen. Dies gilt umso mehr für Unternehmen, Journalisten, Bürgerrechtler und ähnlich exponierte Personen. Der Satz „Gentlemen do not read each other’s mail“ hat nämlich heute leider keine Bedeutung mehr.

Hintergrund und Quellen (wenn nicht anders angegeben):


[«*] Basis: Schätzung von Cisco, nach der im Jahr 2015 der Internetverkehr bei 966 Exabyte pro Jahr liegen wird.

flattr this!

Reposted from02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

June 27 2013

murdelta

Würde es irgendetwas in den USA bewirken, wenn die EU sagte: Hier dürfen nur Unternehmen arbeiten, die die europäischen Datenschutzregeln akzeptieren?

Das würde großen Eindruck machen. Solange Europa nicht aufsteht, wird sich nichts ändern.

›› taz.de

Deswegen starken Datenschutz jetzt!
AT-Kampagne ›› wirwollendatenschutz.at
DE-Kampagne ›› digitalegesellschaft.de
EU-Kampagne ›› privacycampaign.eu

June 24 2013

murdelta

Krisen, psychische Störungen und Prism


So wirken sich VDS und ähnliche Eingriffe direkt auf kranke Menschen aus, die keine Lobby haben, um diese Problematiken in die Öffentlichkeit zu tragen. Es ist bedauerlich, dass nicht längst Kirche, Therapiezentren, Seelsorge und Ärzte einen breiten Protest gegen die ausufernden Überwachungspraktiken und -möglichkeiten mit tragen.

June 18 2013

Wir retten nicht die Griechen, sondern die Banken

Dass ein Großteil der „Rettungsgelder“ für Griechenland nicht bei den Griechen, sondern bei den Banken landet, ist für informierte Leser nicht unbedingt neu. Genaue Zahlen waren dazu bislang jedoch nicht bekannt, was angesichts der Haftungsrisiken für die Steuerzahler der Eurozone und der 188 Mitgliedsstaaten des IWF eigentlich ein handfester Skandal ist. Attac Österreich hat nun in mühevoller Detailarbeit nachgerechnet, an wen die nunmehr 207 Milliarden Euro eigentlich geflossen sind, die von den Eurostaaten, ihren Rettungsschirmen und dem IWF dem griechischen Staat als „Rettungskredite“ überwiesen wurden. Das Ergebnis ist erschütternd – nach den Berechnungen von Attac landeten fast 170 Milliarden Euro, das sind 77% der Kredite, direkt oder indirekt beim Finanzsektor. Von Jens Berger.

Die Ergebnisse der Attac-Studie im Detail:

  • 58,2 Milliarden (28,1 Prozent) wurden für die Rekapitalisierung griechischer Banken verwendet – anstatt den zu großen und maroden Sektor nachhaltig umzustrukturieren und die Eigentümer der Banken für deren Verluste haften zu lassen.
  • 101,3 Milliarden (49 Prozent) kamen Gläubigern des griechischen Staats zugute. Davon wurden 55,44 Milliarden verwendet, um auslaufende Staatsanleihen zu bedienen – anstatt die Gläubiger das Risiko tragen zu lassen, für das sie zuvor hohe Zinsen kassiert hatten. Weitere 34,6 Milliarden dienten dazu, die Gläubiger für den Schuldenschnitt im März 2012 zu gewinnen. 11,29 Milliarden wurden im Dezember 2012 für einen Schuldenrückkauf eingesetzt, bei dem der griechische Staat Gläubiger beinahe wertlose Anleihen abkaufte.
  • 46,6 Milliarden (22,5 Prozent) flossen in den griechischen Staatshaushalt oder konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.
  • 0,9 Milliarden (0,4 Prozent) gingen als griechischer Beitrag an den neuen Rettungsschirm ESM.

Quelle: Attac Österreich

Woher stammen die Gelder?

Das Prinzip der vermeintlichen Rettung Griechenlands verläuft nach einem ganz einfachen Schema. Der griechische Staat ist bekanntermaßen hoch verschuldet. Ein Großteil dieser Schulden besteht aus festverzinslichen Anleihen. Griechenland hat den Nennwert dieser Anleihen zum Tag X von den Gläubigern ausgezahlt bekommen und muss nun – je nach Laufzeit der Anleihen – jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz des Nennwertes (die Zinsen) an die Gläubiger auszahlen. Am Ende der Laufzeit der Anleihen muss Griechenland dann freilich auch noch den Nennwert zurückzahlen. Auch die Rettungsgelder, die nach Griechenland flossen, funktionieren nach diesem Prinzip.

Der einzige Unterschied zwischen normalen Staatsanleihen und den Rettungskrediten ist, dass der Zinssatz nicht „vom Markt“ sondern politisch bestimmt wurde und die Gläubiger keine privaten Investoren (Banken, Versicherungen) sondern die Rettungsschirme der Eurozone und der IWF sind. Bei den Rettungsschirmen der Eurozone gibt es jedoch ein weiteres pikantes Detail. Das Geld dieser Rettungsschirme stammt nämlich nur zu einem kleinen Teil [PDF - 592 KB] von den Eurostaaten selbst – das Gros der Gelder stammt aus dem Finanzsektor. Banken und Versicherungen können sich EFSF- bzw. ESM-Anleihen kaufen – dabei leihen sie den Rettungsschirmen das Geld, das als EFSF- bzw. ESM-Kredit an den griechischen Staat ausgezahlt wird. Die Aufgabe der Eurostaaten ist nicht die Kreditvergabe, sondern die Übernahme des Haftungsrisikos. Wenn ein Schuldnerstaat wie Griechenland seine Schulden bei EFSF oder ESM nicht zurückzahlen kann, müssen die anderen Eurostaaten einspringen. Solange dies nicht passiert, stellen die ESM-Gelder der Eurostaaten das „Eigenkapital“ des ESM dar und es fließen keine deutschen Steuergelder nach Griechenland.

Die Kredite des IWF werden über das Kunstwährungssystem der Sonderziehungsrechte abgewickelt. Vereinfacht ausgedrückt verleiht der IWF dabei Griechenland Geld, für das die 188 Mitgliederstaaten des IWF haften. Da IWF-Kredite jedoch traditionell vorrangig bedient werden, spielt die Haftungsfrage dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Wohin fließen die Gelder?

Wie die Zahlen von Attac deutlich zeigen, fließt ein Großteil dieser Kredite direkt in die Tilgung der bereits bestehenden Kredite. 55,4 Mrd. Euro wurden verwendet, um ausstehende Anleihen zu bedienen, 34,6 Mrd. Euro flossen über den Staatshaushalt direkt in den Zinsdienst, also in die Bedienung der jährlich anfallenden Zinsen für bereits bestehende Schulden. Demnach ist fast die Hälfte der „Rettungsgelder“ den Gläubigern des griechischen Staates zugutegekommen. Der griechische Staat ist dafür nur eine Durchgangsstation. Das Schema ist denkbar einfach und 100% marktkonform: Eine Bank leiht dem EFSF/ESM gegen einen bestimmten Zinssatz eine Million Euro. Dieses Geld wird als verzinster Kredit an den griechischen Staat weitergegeben, so dass dieser sowohl die Zinsen als auch die Tilgung alter und neuer Kredite bewältigen und den Banken und den Rettungsschirmen das geforderte Geld überweisen kann . Durch den Zinseffekt steigt die Gesamtverschuldung des griechischen Staates ebenso wie die Forderungen der privaten Gläubiger.

Dabei weiß jeder, dass Griechenland diese Schulden nicht in voller Höhe bedienen wird. Hier kommen die Eurostaaten ins Spiel. Sollte Griechenland als Schuldner ausfallen, werden diese via EFSF und ESM die Tilgung von Schulden und Zinsen übernehmen. Für die Banken ist dies ein Geschäft, bei dem sie nur gewinnen können, während sowohl Griechenland als auch die anderen Eurostaaten bei diesem Geschäft nur verlieren können.

Die Zahlen von Attac zeigen auch, dass ein großer Teil der Gelder (28,1%) direkt in die Rekapitalisierung des griechischen Bankensektors geflossen ist. Der griechische Bankensektor ist – auch das ist ein offenes Geheimnis – de facto pleite. Zunächst wurde er von der Troika im Rahmen des ersten Schuldenschnitts mutwillig zerstört und obendrein muss(te) er in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft riesige Abschreibungen auf die von ihm vergebenen Kredite vornehmen. Es ist vollkommen klar, dass mitten in einer schweren Wirtschaftskrise ein großer Teil der vergebenen Kredite an Unternehmen und Privathaushalte nicht voll zurückgezahlt werden kann.

Es ist ja auch wenig dagegen einzuwenden, dass man das Bankensystem eines Landes in der Krise stützt. Das Problem ist vielmehr das „wie“ und das „womit“. So wurde beispielsweise die Chance vertan, die Altaktionäre, deren Anteile ohnehin nichts mehr wert waren, zu enteignen. Freilich wurden, auch das ist marktkonform, auch die privaten Gläubiger der Pleitebanken nicht an den Rettungskosten beteiligt. Statt ein zukunftsweisendes öffentlich-rechtliches Bankensystem aufzubauen, pumpt man stattdessen Abermilliarden in die maroden alten Privatbanken. Dass diese Zombiebanken überleben werden, ist unwahrscheinlich. Für die kommende Pleite wird dann aber nicht der Privatsektor, sondern der griechische Staat – und indirekt die anderen Eurostaaten über EFSF/ESM – haften. Die Mittel zur Rekapitalisierung fließen so eins zu eins von den öffentlichen Haushalten in die Taschen der Bankeneigner und Bankengläubiger. Milliarden für Millionäre und Milliardäre, das ist in der Tat marktkonform.

Weitere 45,9 Mrd. Euro flossen direkt in die Taschen der Altgläubiger des griechischen Staates. 34,6 Mrd. Euro davon wurden als sogenannte „Sweetener“ (also: Versüßer) an Altgläubiger ausgeschüttet, um ihnen im Rahmen der Umschuldung alte Anleihen weit über dem Marktwert abzukaufen. Die Finanzbranche kriegt das Zuckerbrot, die Bevölkerung die Peitsche, auch dies ist durchaus marktkonform. Besonders pervers ist, dass weitere 11,3 Mrd. Euro dafür ausgegeben wurden, Altgläubigern die Anleihen abzukaufen, die nicht am Schuldenschnitt teilnehmen mussten. Hierbei handelte es sich ausnahmslos um einige exotische Staatsanleihen Griechenlands, die nach Londoner Recht ausgegeben und in der Krise den ursprünglichen Gläubigern von findigen Hedgefonds für einen Appel und ein Ei abgekauft wurden. Da die Troika es auf keinen Prozess auf englischem Boden ankommen lassen wollte, wurden diese Anleihen nicht in den ersten Schuldenschnitt aufgenommen, sondern zum vollen Nennwert vom griechischen Staat bedient. Ein Hedgefonds, der diese Papiere wenigen Wochen zuvor für 20% des Nennwerts gekauft hat, hat damit in wenigen Tagen 500% Gewinn gemacht – geht davon aus, dass dieser Hedgefonds zum Großteil mit geliehenem Geld operiert, geht der Gewinn sogar in die hohen vierstelligen bis fünfstelligen Prozentbereich. Und wer musste diese fürstliche Rechnung zahlen? Der griechische Staat.

Der Privatsektor wurde mit Steuergeldern freigekauft

War Griechenland zu Beginn des Umschuldungsmarathon im Jahre 2010 noch zu 100% bei privaten Gläubigern verschuldet, beträgt der Anteil der privaten Gläubiger heute nur noch 25% mit stark sinkender Tendenz. Stellt man sich Griechenland einmal als „Black Box“ vor und lässt die Details der „Rettung“ heraus, kann man also klar feststellen, dass die gesamte „Rettung“ nur den Zweck hatte, private Forderungen in Forderungen des öffentlichen Sektors umzuwandeln. Da es sich bei den griechischen Staatsschulden jedoch um Forderungen handelt, von denen aller Voraussicht nach ein größerer Teil ausfallen wird, wurden durch die „Rettung“ ausschließlich künftige Verluste der Banken „gerettet“. Bei jedem kommenden Schuldenschnitt wird der öffentliche Sektor die vollen Verluste tragen müssen. Und da der IWF durch die Vorrangigkeit seiner Forderungen keine Verluste hinnehmen muss, werden vor allem die Euroländer als Versicherer der EFSF- und ESM-Kredite die Verluste übernehmen müssen. Derweil lachen sich die Banken und deren Aktionäre ins Fäustchen, während die Griechen den Blutzoll für diese, ohne große Übertreibung als „historisch“ zu bezeichnende, Umverteilung von unten nach oben.

flattr this!

Reposted from02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

June 16 2013

murdelta
Ein alter Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago.
Er würde gerne in seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist
allein, alt und schwach, deshalb schreibt er eine Email an seinen
Sohn, der in Paris studiert.

„Lieber Ahmed, ich bin sehr traurig weil ich in meinem Garten keine
Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn du hier wärst,
könntest du mir helfen und den Garten umgraben. Dein Vater.“
Prompt erhält der alte Mann eine Email: „Lieber Vater, bitte rühre
auf keinen Fall irgendetwas im Garten an. Dort habe ich nämlich ´die
Sache´ versteckt. Dein Sohn Ahmed.“

Keine sechs Stunden später umstellen die US Army, die Marines, das
FBI und die CIA das Haus des alten Mannes. Sie nehmen den Garten
Scholle für Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, finden
aber nichts. Enttäuscht ziehen sie wieder ab.

Am selben Tag erhält der alte Mann wieder eine Email von seinem Sohn:
„Lieber Vater, ich nehme an, dass der Garten jetzt komplett
umgegraben ist und du Kartoffeln pflanzen kannst. Mehr konnte ich
nicht für dich tun. In Liebe, Ahmed.“

Reposted bydarklordbaeren

May 25 2013

murdelta

floppy disk coffee table (via ak47.tumblr.com)

Reposted frommr-absentia mr-absentia viafh fh

April 12 2013

Überwachungsdruck

Kameradummies oder ausgeschaltete Beobachtungskameras fallen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Oldenburg nicht unter das Bundesdatenschutzgesetz. Das Gericht meint, nur wo Kameras tatsächlich in Betrieb sind, fallen Daten an. Diese Auffassung hat zur Folge, dass Aufsichtsbehörden zwar Videoüberwachung untersagen können, aber nicht die Entfernung der Kameras oder der Attrappen verlangen dürfen.

Der juristische Streit drehte sich um die Flure und den Eingangsbereich eines vermieteten Bürogebäudes. Weil in einem Büro Laptops gestohlen wurden, installierte die Vermieterin im Eingang und dem Treppenhaus Kameras, die den Publikumsverkehr aufzeichneten. Die Aufnahmen wurden zehn Tage gespeichert. Das rief die Aufsichtsbehörde auf den Plan. Diese befand, die Überwachung sei nicht rechtmäßig. Deshalb forderte sie die Vermieterin auf, alle Kameras zu entfernen.

Doch nach Auffassung des Verwaltungsgerichts gibt es (bislang) keine gesetzliche Grundlage für ein Kameraverbot. Die Behörden seien lediglich berechtigt, eine tatsächlich unnötige Kameraüberwachung zu verbieten. Das bedeute aber nicht, dass die Betroffenen verpflichtet seien, die Kameras abzubauen. So lange diese nicht in Betrieb seien, sei das Bundesdatenschutzgesetz schlicht nicht anwendbar.

Zwar sieht das Gericht ein, dass auch ausgeschaltete Kameras und Attrappen “Überwachungsdruck” erzeugen. Dagegen müssten sich Menschen, die sich hierdurch zu Unrecht beobachtet fühlen, aber selbst vor dem Zivilgericht klagen. Die Aufsichtsbehörde dürfe ihnen nicht zu Hilfe kommen – zumindest nach derzeitiger Rechtslage.

Verwaltungsgericht Oldenburg, Urteil vom 12. März 2013, Aktenzeichen 1 A 3850/12

flattr this!

Reposted frominsideX insideX

April 10 2013

Peace Demonstrations Kick Off in Colombia

Foto compartida por el usuario @CrisferMartin en Twitter:

Photo shared by Twitter user @CrisferMartin: “Here people get up early for PEACE #AhoraSiLaPaz”

(more…)

Reposted from02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

March 20 2013

Soup.io Export Tools

seems like it’s time for a post compiling ways to export your soup content. let me know if i missed any.

soup official post — have seen various laments about this not working, so. probably not working.

backup script by @neingeist

lua script by @severak

soupIO downloader by @falk

download tool by @moebius (posted by @megustonanista)

backup to wordpress by @tiefpunkt (also check out their idea for a soup.io clone if you’re interested!)

two things:
a) please direct your questions to the respective authors by addressing them directly (with the @) or via the original posts linked above; i just threw this together real quick and won’t be able to help.
and 2) you better be doing your backups somewhere around the GMT a.m. because the servers will dissolve like dandelion fluff if you put any more strain on them. and if you cut down my soup time more than it already is, i will find out where your house lives and come over and punch you real hard in the keyboard.

(via sofias. lime | neutrino)

I like that “Your own soup.io?” idea.

Reposted frombwana bwana viae-gruppe e-gruppe

January 13 2013

murdelta

Aaron Swartz, Coder and Activist, Dead at 26


When he was a 14 years old, Aaron helped develop the RSS standard; he went on to found Infogami, which became part of Reddit. But more than anything Aaron was a coder with a conscience: a tireless and talented hacker who poured his energy into issues like network neutrality, copyright reform and information freedom.  Among countless causes, he worked with Larry Lessig at the launch of the Creative Commons, architected the Internet Archive’s free public catalog of books, OpenLibrary.org, and in 2010 founded Demand Progress, a non-profit group that helped drive successful grassroots opposition to SOPA last year.
Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

December 29 2012

murdelta

Dear Hacker Community – We Need To Talk.

So you still want an solution to the issue of douchebaggery in hacker-spaces? Really?

Ok. Start by talking about it physically, formally in public spaces. Not just online, on wikis and in small working-groups or in informal talks run by feminists.

In workplaces around the world, human relations departments trot their workforces off to anti-discrimination workshops on a regular basis.

Human Relations departments do it because they know the cost of not formally addressing harassment and discrimination impacts upon the workplace, both in terms of productivity and culture.

I’m not suggesting we send the global hacker community off to a H.R. anti-discrimination/anti-harassment training session (though it probably wouldn’t hurt.)

But if you’re serious about dealing with discrimination and harassment – put it as a topic on the main-stage. I really mean it.

Put the anti-harassment policy as an opening statement at your hacker or infosec conference. Chose a “thought leader” to open the conference each year who will be willing to engage the topic of community standards, even for a few minutes.

Would 10 minutes at the start of a conference explaining anti-discrimination policy and acceptable conduct really infringe on anyone’s “fun”?

It won’t change the culture of asshattery over-night, but it will begin a conversation that’s needed – far more necessary than another article or blog post like this, or more red-card waving in the wind.

Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

December 28 2012

Seda Gürses: „Wir haben keine Kontrolle mehr über unsere Daten.“

Was den Datenschutz angeht, ist Facebook das Sorgenkind unter den sozialen Netzwerken.

Weiterlesen

Reposted from02mydafsoup-01 02mydafsoup-01
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl